Auf dem Grün wird der Ball mit dem Putter gespielt. Die Puttbewegung ist eine Pendelbewegung. Wie bei einer Standuhr gibt es nur einen Rotationspunkt. Beim Golfspieler ist dieser Rotationspunkt in der Nähe der Halswirbel. Kopf und Unterkörper bleiben beim Putten unbewegt. Schultern und Arme bewegen sich als Einheit vor und zurück. Ziel ist es, mit so wenig Putts wie möglich ins Loch zu kommen. Um dies oft zu erreichen sind einige Vorraussetzungen nötig.

Der Putterkopf sollte sich geradlinig zurück und durch den Ball bewegen.
Der Ball muss mit der Mitte des Putterkopfes (Sweet Spot) getroffen werden.
Das Schlägerblatt muss im Treffmoment in Richtung Ziel zeigen.
Der Spieler muss die Geschwindigkeit des Putters dosieren können.
Der Spieler muss das Grün lesen können, d.h. die Schräge des Grüns sehen und einschätzen wie stark der Putt davon beeinflusst wird.
Vor dem Schlag sollte der Spieler die Schlagfläche auf das Ziel ausrichten.

Die Haltung

Beim Putten gibt es einige Punkte in der Haltung, die Ihnen das Spiel deutlich erleichtern können.

Die Füße und die Schultern zeigen zum Ziel. Beim Putten sind die Schultern der entscheidende Teil der Ausrichtung. Die Hände schwingen in die Richtung, in die die Schultern zeigen!
Die Hände hängen aus seitlicher Perspektive genau unter den Schultern. Sind die Hände deutlich außerhalb oder innerhalb der Schultersenkrechten bewegen sie sich nicht linear, sondern auf einer Kreisbahn. Ein Ziel beim Golfen ist eine geradlinige Bewegung des Putterkopfes, deshalb müssen sich die Hände senkrecht unter den Schultern befinden!
Die Augen sollten sich genau senkrecht über dem Ball befinden. Dadurch wird ein gutes Zielen ermöglicht.
Die Arme sollten möglichst wenig gebeugt sein. Hierdurch wird die Bewegung durch die den größeren Muskeln ausgeführt 5und das Tempo des Schlägerkopfes ist leichter zu dosieren.
Die Mitte des Putterkopfes sollte beim Ansprechen (wenn man sich an den Ball stellt) direkt hinter dem Ball sein.

Der Puttgriff

Zu den Punkten 1-4 gehört ein guter Griff. Der Schlägergriff des Putters unterscheidet sich von allen anderen Schlägergriffen. Er ist nicht rund, sondern hat eine flache Seite. Auf diese Fläche werden beide Daumen gelegt. Im Gegensatz zum Griff des langen Spiels, liegen die Handflächen so zueinander, als würde man in die Hände klatschen.

Betrachtet man die linke Hand, so verläuft der Griff mitten durch die Handballen (Kleinfinger- und Daumenballen). Durch diese Griffhaltung ist die ungewollte Bewegung der Handgelenke deutlich reduziert.
Bewegung aus frontaler Sicht

Die Standbreite beim Putten sollte mindestens schulterbreit sein. Das gibt dem Spieler Stabilität im Beinbereich und man wird
von Wind kaum beeinflusst. Die Bewegung ähnelt, wie schon beschrieben, der einer Standuhr. Aus frontaler Sicht kann man hervorragend sehen wie sich nur Schultern, Arme und Schläger bewegen.

Bei den Armen ist zu beachten, dass sie in sich ruhig bleiben. Das Handgelenk und die Ellenbogen bleiben stabil. Der Putter und die Arme bilden aus frontaler Sicht ein Y. Dies bleibt während der gesamten Schlagausführung gleich. Ebenfalls gut zu erkennen ist der unbewegte Kopf.

Lesen der Puttlinie

Bevor man puttet sollte man sich das Grün ansehen. Die Golfer sagen dazu „Lesen des Grüns”. Dazu geht man am besten in der Verlängerung Loch-Ball in die Hocke. Aus dieser Perspektive kann man die Unebenheiten des Grüns am besten erkennen. Man versucht sich vorzustellen wie das meist wellige Grün den Ball in seinem Rollen beeinflussen könnte.

Hat man nur ein schlechtes räumliches Vorstellungsvermögen so helfen Ideen wie zum Beispiel: Wo wird das Wasser hinlaufen, wenn man einen Wassereimer in Richtung Loch ausschüttet. Die besten Spieler der Welt laufen häufig ein Mal komplett um die Puttlinie herum. Sie bekommen so eine Vorstellung von allen Seiten und das Bild wird noch präziser.

Bei Amateuren ist dieses Vorgehen nur dann angebracht, wenn sie den Spielfluss nicht übermäßig aufhalten. Die wichtigste Perspektive ist die tiefere Seite der Ball Loch Linie.

Puttübungen

Wie schon in der Einleitung erklärt ist unser Ziel, dass jeder Schüler seine individuelle Art des Lernens erkennt und nutzt. Dadurch hat jeder Spieler die Chance auf seine Weise das Spiel zu erlernen und zu genießen.

Im Folgenden werden drei Möglichkeiten aufgezeigt wie Sie sich das Putten aneignen können. Sie sollten jede Trainingsform ausprobieren, um Ihr Gehirn möglichst vielseitig anzusprechen. Führen Sie jede Übung mindestens 20 Minuten lang durch und stellen Sie nach dem Training fest welche Herangehensweise Ihnen am besten liegt.

Wenn Sie Ihre bevorzugte Trainingsvarinate gefunden haben, fragen Sie Ihren Golflehrer nach weiteren Trainingsformen, die in diese Richtung gehen. Dadurch sollten Sie am schnellsten vorankommen.

Denken Sie aber daran, dass es selten eine Reinform dieser Lerntypen gibt. Meist sind wir Mischtypen, die mehr als eine Lernpräferenz haben. Durch abwechslungsreiches Üben gestalten wir auch unser Training interessanter und lernen unser Gehirn ganzheitlich zu nutzen.
Emotional

Suchen Sie sich ein Loch auf dem Übungsgrün aus. Legen Sie sechs Bälle in beliebig aber gleicher Entfernung in einer Reihe auf das Grün und stellen Sie sich neben den ersten Ball. Nun pendeln Sie ihren Putter möglichst gleichmäßig hin und her. Sie können dabei auf den Boden oder auf das anzuspielende Loch schauen.

Pendeln Sie so lange bis Sie das Gefühl haben die passende Geschwindigkeit gefunden zu haben. Merken Sie sich das Gefühl und putten Sie damit den ersten Ball. Schauen Sie dem Ball hinterher und beobachten Sie das Rolltempo und die Entfernung, die der Ball zurück gelegt hat.

Wiederholen Sie den Ablauf mit Probependeln, Gefühl suchen und putten bei den restlichen Bällen. Beim nächsten Durchgang sollten Sie eine andere Entfernung wählen, um Ihr Gefühl möglichst schnell zu schulen. Ziel sollte sein, dass der Ball an gewünschter Stelle liegen bleibt.

Rational

Um zwei der wichtigsten Faktoren für gutes Putten zu trainieren, üben Sie am besten zwischen zwei Schlägern. Legen Sie die Schläger parallel auf das Grün. Der Abstand zwischen den Schäften sollte etwa zwei Zentimeter breiter sein als Ihr Putterkopf. Als erstes machen Sie nur Probeschwünge zwischen den Schlägern.

Achten Sie darauf, dass der Putterkopf immer zwischen den Schäften bleibt und sich möglichst geradlinig bewegt. Waren die Probeschwünge erfolgreich, so legen Sie einen Ball mittig zwischen die Schäfte. Putten Sie ohne die Schäfte zu berühren. Gelingt es Ihnen, können Sie sofort den nächsten Ball zwischen die Schläger legen.

Haben Sie einen der Schäfte berührt machen Sie vor dem nächsten Putt wieder Probeschwünge. Variieren Sie bei der Übung den Schaftabstand und zielen Sie auf ein Loch.

Kreativ

Für diese Übung brauchen Sie eine Maurerschnur (Kreideschnur). Solch eine Schnur bekommt man im Baumarkt. Hiermit kann man eine Kreidelinie auf ein Grün „zeichnen”. Suchen Sie sich einen geraden Putt von 2-5 Metern. Spannen Sie die Schnur vom Loch zu der Stelle, von der Sie putten möchten. Ziehen Sie leicht an der Schnur, nun ist eine Kreidelinie auf dem Grün.

Putten Sie nun jeweils 3-5 Bälle aus verschiedenen Distanzen. Schauen Sie vor jedem Putt die Kreidelinie entlang zum Loch. Achten Sie darauf, dass Ihr Putterkopf genau im rechten Winkel zur Linie steht. Verfolgen Sie den rollenden Ball mit den Augen. Nach kurzer Übungszeit wird sich Ihr Zielen deutlich verbessern.

Schüler, die viel mit der Maurerschnur putten sehen mit der Zeit die Puttlinie auch ohne Schnur. In der Abbildung sehen Sie die Übung mit einer elastischen Schnur, die einige Zentimeter über der Puttlinie gespannt ist. Der Vorteil dieser Variante ist die Schonung des Puttinggrüns und der schnelle Aufbau.